Heimdialysepatienten berichten

Auf den folgenden Seiten können Sie die persönlichen Erfahrungen von KfH-Patienten mit der Heimdialyse nachlesen. Ihre Schilderungen und Eindrücke sollen Ihnen dabei helfen, ein umfassenderes Bild über ein Leben mit Heimdialyse zu erhalten:

Aufgabe beider Behandlungsverfahren ist es, die Ausscheidungsfunktion der Nieren so weit wie möglich zu übernehmen. Während bei der Peritonealdialyse das Bauchfell als natürlicher Filter für die Ausscheidung der Stoffwechselabbauprodukte dient, muss bei der Hämodialyse das Blut über eine Membran außerhalb des Körpers geleitet werden. Beide Dialyseverfahren können als Heimdialyse auch zu Hause durchgeführt werden. Bei der Peritonealdialyse (PD) ist dies sogar die Regel. Unabhängig vom Verfahren ist Voraussetzung für die Heimdialyse, dass Sie bereit sind, sich aktiv an der Dialysebehandlung zu beteiligen.

Die Peritonealdialyse (PD)

Unabhängig und flexibel leben mit der PD

Die PD schenkt meist größere Unabhängigkeit als die Therapie in einem Nierenzentrum. Wenn Sie bestimmte Hygieneregeln beachten, können Sie die Behandlung fast überall - zum Beispiel im Büro oder auf Reisen - problemlos durchführen. Dennoch kann die PD nicht alle Nierenfunktionen ersetzen. Deshalb sind unter Umständen bestimmte Medikamente nötig, beispielsweise wegen erhöhter Blutdruckwerte. Mit deren konsequenter Einnahme unterstützen Sie aktiv den Erfolg Ihrer Dialysebehandlung.

Bewusst essen

Da die PD den Körper kontinuierlich entgiftet, müssen Sie in der Regel weniger strenge Vorschriften bezüglich der Ernährung einhalten als bei einer Hämodialyse. Außerdem scheiden die Nieren bei der PD oft noch länger eigenständig Flüssigkeit aus. Deshalb brauchen Sie auch Ihre Trinkmenge nicht so stark einzuschränken. Trotzdem ist es wichtig, auf die Ernährung zu achten und möglichst phosphat-, kalium- und kochsalzbewusst zu essen. Durch die Dialyse verliert Ihr Körper zudem Eiweiß. Nehmen Sie daher täglich tierisches Protein zu sich, beispielsweise frisches Fleisch, Fisch, Eier oder Milchprodukte.

Körperlich aktiv sein

Mit regelmäßiger Bewegung, am besten an der frischen Luft, können Sie sich fithalten. Das hilft dabei, Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte zu verbessern und so entsprechende Medikamente einzusparen. Vor allem Ausdauersportarten wie Gymnastik, Nordic Walking oder Radfahren sind gut geeignet.

Verantwortung übernehmen

Die PD schenkt Ihnen Freiheit, verlangt aber auch mehr Eigenverantwortung. Es ist wichtig, dass Sie Ihren Körper gut beobachten, sich täglich wiegen und die Dialyselösung kontrollieren. Ist die Spülflüssigkeit getrübt und haben Sie Bauchschmerzen oder Fieber, könnte das auf eine Entzündung des Bauchfells (Peritonitis) hinweisen. Sie ist zwar selten, aber umgehend behandlungsbedürftig. Bei Behandlungskomplikationen müssen Sie sich daher sofort in Ihrem Nierenzentrum melden. Das Behandlungsteam aus Ärzten und Pflegekräften steht Ihnen immer zur Seite.

So funktioniert die Peritonealdialyse

Um die PD zu ermöglichen, wird ein dünner Dauerkatheter fest in die Bauchdecke eingesetzt. Durch diesen leiten Sie zwei Liter einer Spülflüssigkeit (Dialysierlösung) in die Bauchhöhle. Über die feinen Poren des Bauchfells gelangen Substanzen, die normalerweise über den Harn ausgeschieden werden (Harnstoff, Kreatinin, Kalium, Phosphat), in die Spülflüssigkeit. Um dem Körper überschüssiges Wasser zu entziehen, enthält die Lösung Stoffe, die das Wasser binden. Nach etwa vier bis sechs Stunden wird die mit Schlackenstoffen und Körperwasser angereicherte Spülflüssigkeit über den Katheter in einen Beutel abgelassen und durch frische Lösung ersetzt. Der Beutelwechsel sollte alle drei bis acht Stunden stattfinden – den genauen Zeitpunkt können Sie mit bestimmen. Zwischen den Beutelwechseln ist der Katheter durch eine Kappe fest verschlossen. Da er unter der Kleidung auf der Bauchhaut fixiert wird, ist er für andere nicht sichtbar.

Ganz individuell

Es gibt verschiedene PD-Verfahren. Welches für Sie das Beste ist, hängt von der Beschaffenheit Ihres Bauchfells und Ihren Lebensumständen ab. Bei der CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse) wechseln Sie den Beutel viermal täglich. Der Austausch kann aber auch von einem Gerät, dem Cycler, übernommen werden. Mit seiner Hilfe wird der Wechsel der Spülflüssigkeit, meist nachts, automatisch durchgeführt. Deshalb spricht man von der apparativen oder automatisierten PD (APD). Bei der APD unterscheidet man je nach Häufigkeit und Dialysezeitpunkt verschiedene Varianten. Gemeinsam mit Ihrem Arzt können Sie so das Verfahren wählen, das Ihren Bedürfnissen am besten entspricht.

Die Hämodialyse (HD)

Auch zu Hause möglich

Zur Hämodialysebehandlung (HD) gehen die meisten Patienten in eine Dialyseeinrichtung. Aber auch bei diesem Verfahren ist die Behandlung zu Hause möglich. Selbstverständlich wird jede Heimdialyse unter kontinuierlicher medizinischer Betreuung durch erfahrene Nephrologen (hierzu gehört auch eine ständige ärztliche Rufbereitschaft) durchgeführt. Im Unterschied zur Peritonealdialyse ist bei der Heimhämodialyse in der Regel ein Dialysepartner zur Unterstützung bei der Dialysebehandlung notwendig. Allerdings kann sie – bei entsprechenden Voraussetzungen – auch als partnerlose Heimhämodialyse durchgeführt werden.

So funktioniert die Hämodialyse

Bei der HHD wird ein Dialysegerät verwendet, das das Blut durch einen besonderen Filter pumpt. In diesem Dialysator filtert eine feine Membran Stoffwechselabbauprodukte aus dem Blut heraus. Das sind giftige Substanzen, die bei gesunden Menschen über den Harn ausgeschieden werden (Harnstoff, Kreatinin, Kalium, Phosphat sowie überschüssiges Körperwasser). Lebenswichtige Blutzellen und Eiweiße werden dagegen zurückgehalten. Das so gereinigte Blut wird dem Körper anschließend wieder zugeführt.

Für die Hämodialyse benötigt man einen kräftigen Blutfluss im Dialysegerät. Weil der Druck für normale Venen zu hoch wäre, wird eine künstliche Verbindung zwischen einer Schlagader (Arterie) und einer Vene geschaffen – meist am Unterarm. Durch diesen Kurzschluss, Shunt genannt, wird die Vene mit einem höheren Druck und einer höheren Fließgeschwindigkeit vom Blut durchströmt. Sie weitet sich, entwickelt nach einiger Zeit eine dickere Gefäßwand und lässt sich gut unter der Haut ertasten. Über den Shunt wird das Dialysegerät angeschlossen. Dazu werden zwei Nadeln in die Vene gestochen und darüber zwei Schläuche mit dem Gerät verbunden: Durch den ersten Schlauch fließt das ungefilterte Blut in das Dialysegerät hinein und durch den zweiten fließt das gereinigte Blut zurück in den Körper.

Wie oft und wie lange?

Die Dauer und Häufigkeit der Behandlung besprechen Sie mit Ihrem Arzt. Meistens wird sechsmal pro Woche zweieinhalb bis drei Stunden lang dialysiert. Die Behandlung lässt sich aber auch an weniger Tagen durchführen, wenn stattdessen mit einer höheren Stundenzahl dialysiert wird. Grundsätzlich gilt, dass die wöchentliche Dialysezeit mindestens zwischen 12 und 18 Stunden betragen sollte. Die individuelle Dialysedauer hängt ab von Gewicht, Körpergröße, körperlicher Aktivität und damit der Menge der aus dem Blut herauszufilternden Substanzen.

Merke:

  • Die Peritonealdialyse ist die häufigste Form der Heimdialyseverfahren.
  • Bei der Peritonealdialyse findet die Entfernung der Stoffwechselendprodukte ähnlich der gesunden Nierenleistung kontinuierlich statt.
  • Für die Hämodialyse wird operativ eine Dialysefistel angelegt (in der Regel am Unterarm). Diese wird zu jeder Behandlung punktiert und mit dem Dialyseschlauchsystem verbunden.
  • Es gibt in der Regel Einschränkungen bei der Ernährung, weil die Entfernung der Stoffwechselabbauprodukte und des Wassers (Ultrafiltration) nur begrenzt zu festgelegten Zeiten stattfindet.
  • Bei der Zentrumsdialyse wie auch bei der zentralisierten Heimdialyse geht der Patient zu vereinbarten Dialysezeiten in ein Nierenzentrum.
  • Bei der Hämodialyse als Heimdialyse ist in der Regel ein Dialysepartner erforderlich.

Das Dialysematerial

Eine wichtige Rolle bei der Heimdialyse spielt das Material, das für die Hämodialyse oder Peritonealdialyse in den eigenen vier Wänden erforderlich ist. Neben Geräten wie Dialysemaschine oder Cycler, die je nach Verfahren zum Einsatz kommen, sind es vor allem die Verbrauchsmaterialen wie Dialysierflüssigkeit und Hygienematerialien, die täglich benötigt werden.

Auch hierbei können Sie sich ganz auf das KfH verlassen: Es versorgt Sie nicht nur mit dem entsprechenden Material, sondern kümmert sich auch um die Entsorgung von Verpackungsmaterial (Kartonagen, Kanister und Folien) - und zwar nach Ihren individuellen Bedürfnissen. Dafür sorgen bundesweit unsere Mitarbeiter in sieben KfH-Logistikzentren. Bei erhöhten Kosten, die durch die Entsorgung von gebrauchten Artikeln entstehen, gewährt das KfH bei Bedarf einen Zuschuss.

Vom Lager zum Patient

Wie kommt das Material ins Haus?

In der Regel beliefert Sie ein Mitarbeiter einmal im Monat, wenn Sie Peritonealdialysepatient, alle zwei Monate, wenn Sie Hämodialysepatient sind. Dabei können Sie die Termine der An- und Ablieferung mit ihm vereinbaren, beispielsweise vor oder nach Ihrer Arbeitszeit, wenn Sie berufstätig sind. Ihren Bestellwunsch und den Liefertermin teilen Sie jeweils etwa 14 Tage zuvor Ihrer Behandlungseinrichtung mit. Dort wird die Anforderung noch einmal geprüft, ob das richtige Material bestellt wurde, die Menge für den Belieferungszeitraum ausreichend ist oder ob etwas vergessen wurde. Oftmals erschrecken die Patienten beim Anblick der ersten Liefermenge. Da kommt leicht eine Palette Material zusammen. Aber keine Sorge: Dialysetisch, Dialyseständer, Waage und weitere Hilfsgegenstände stehen nur bei der ersten Lieferung auf dem Lieferschein. Der Fahrer übernimmt den Aufbau und das Verstauen des Materials.

Beim ersten Besuch erhalten Sie einen Belieferungsplan, nach dem Sie regelmäßig angefahren werden. Darüber hinaus überreicht Ihnen der KfH-Mitarbeiter eine Mappe, die alle wichtigen Informationen für Sie bereithält. Er wird Ihnen auch die Abläufe ausführlich in einem Gespräch erläutern. Sollten Sie beim Erstkontakt zur Vorbereitung auf die Heimdialyse noch in der Klinik sein, kann das auch von einem Angehörigen oder Freund übernommen werden. Bei der zweiten Belieferung wird er das auch noch einmal mit Ihnen persönlich besprechen, sollte er Sie beim ersten Mal nicht angetroffen haben. Alles wird für Sie vorbereitet, damit Sie zu Hause komplikationslos dialysieren können.

Der Ablauf in 6 Schritten

Ein KfH-Mitarbeiter besucht Sie zu Hause und informiert Sie umfassend.

Als Patient werden Sie im KfH-Nierenzentrum trainiert.

Das Zentrum informiert rechtzeitig das zuständige Logistikzentrum über Ihre Entlassung. In der Regel erhält der Fahrer noch Informationen aus dem Erstbesuch, zum Beispiel wie die Wohnsituation aussieht (Stockwerk, Treppenhaus, Aufzug, etc.) oder ob es Besonderheiten bei der Anlieferung gibt (enge Straße, Einbahnstraße, gute Parkmöglichkeit, etc.).

Das Zentrum erledigt die Erstbelieferung für Sie vollständig.

Das zuständige Logistikzentrum klärt mit Ihnen oder einem Angehörigen/Freund weitere Details für die Belieferung und erläutert die Abläufe.

Die Anlieferung erfolgt.

Die Lagerung zuhause

Eine wichtige Voraussetzung bei der Heimdialyse ist die Möglichkeit zur Lagerung des Verbrauchsmaterials. Dafür sind folgende Faktoren wichtig:

  • ein trockener, sauberer Raum
  • mit einer Zimmertemperatur zwischen 15 und 25 Grad
  • Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung

Die Bestellmenge sollte dem Verbrauch von einem Monat entsprechen, zuzüglich eines Sicherheitsbestands von einer Woche. Hierfür müssen Sie etwa einen Regalplatz von 2,00 x 1,20 Metern vorsehen. Und sollte einfach nicht genügend Platz für die Lagerung des Dialysematerials vorhanden sein, ist auch ein häufigeres Anliefern kleinerer Mengen möglich.

Wir liefern flexibel

Auch bei Ihrer Berufstätigkeit unterstützt Sie das KfH. So ist es beispielweise möglich, einen Teil des benötigten Materials direkt an Ihren Arbeitsplatz liefern zu lassen, wenn Sie vor Ort dialysieren möchten. Als PD-Patient entfällt für Sie damit der tägliche Transport des Dialysebeutels.

Ebenso ist die Anlieferung des Dialysematerials an Ihren Urlaubsort problemlos möglich. Alles wird für Sie vorbereitet, sodass Sie sich bei Ankunft um nichts kümmern müssen. Den Zeitpunkt und die Menge des benötigten Materials regeln Sie im Vorfeld mit dem KfH-Mitarbeiter und Ihrer Behandlungseinrichtung.

Häufig gestellte Fragen

Die Nieren sorgen im menschlichen Körper für die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten und gewährleisten ein weitgehend natürliches Gleichgewicht des Wasser-, Salz- und Säure-Basen-Haushalts. Sie beeinflussen wesentlich die Höhe des Blutdrucks. Darüber hinaus produzieren die Nieren ein Hormon, das für die Bildung der roten Blutkörperchen zuständig ist, und spielen für den Knochenstoffwechsel eine wichtige Rolle.

Zahlreiche erworbene oder angeborene Nierenerkrankungen führen zum chronischen Nierenversagen. Am häufigsten führen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und Hypertonie (Bluthochdruck) zu Folgeschäden an den Nieren. Auch immunologisch bedingte, also durch biologische Abwehrreaktionen hervorgerufene Erkrankungen der Niere (Glomerulonephritiden), sind oft Auslöser für ein chronisches Nierenversagen. Je stärker die Nierenfunktion abnimmt, umso mehr werden auch andere Organsysteme in Mitleidenschaft gezogen.

Mögliche Folgen sind:

  • Bluthochdruck:
    Beim chronischen Nierenversagen entwickelt sich frühzeitig ein Bluthochdruck mit allen bekannten Folgen für das Herz-Kreislauf-System wie Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und ein erhöhtes Herzinfarkt- bzw. Schlaganfallrisiko.

  • Veränderungen im Knochenstoffwechsel:
    In der Regel kommt es zu Störungen im Calcium-, im Phosphat- und Vitamin-D-Haushalt und damit zu Störungen des Knochenaufbaus.

  • Azidose:
    Das Blut übersäuert (Azidose), weil Abbauprodukte des Stoffwechsels weniger gut über die geschädigten Nieren ausgeschieden werden können.

  • Blutarmut:
    Die Abnahme der Nierenfunktion führt zu einer verminderten Blutbildung und damit zur Entwicklung einer Blutarmut (Anämie).

  • Störungen im Fettstoffwechsel:
    Fettstoffwechselstörungen (Dyslipidämie) verstärken die Entwicklung einer Arteriosklerose.

Zunächst ist es die gemeinsame Aufgabe des Hausarztes und des Nephrologen, die genannten Gesundheitsstörungen so zu behandeln, dass ein Fortschreiten der chronischen Nierenerkrankung gebremst und die Notwendigkeit einer Dialysebehandlung so lange wie möglich hinausgezögert werden. Kommt es bei Ihnen dennoch zu einem endgültigen (terminalen) Versagen der Nieren (davon sind jedes Jahr 15.000 Menschen in Deutschland neu betroffen), so werden Sie durch Ihren Nephrologen frühzeitig und umfassend über die verschiedenen Nierenersatzverfahren aufgeklärt.

Besonders Berufstätigen erlaubt die Peritonealdialyse eine größere Gestaltungsfreiheit. So lange es sich nicht um einen körperlich sehr anstrengenden Beruf handelt, kann er in der Regel weiter ausgeübt werden. Wenn Sie die CAPD durchführen wollen, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber, um ihm die Behandlung zu erläutern und dabei auch zu klären, wo der Beutelwechsel am Arbeitsplatz durchgeführt werden kann. Bei einer APD-Behandlung entfällt in der Regel ein Wechsel am Arbeitsplatz. Ihr Behandlungsteam unterstützt Sie auch bei der Ausrüstung Ihres Arbeitsplatzes.

Besprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden die Behandlung und erklären Sie ihnen die Auswirkungen Ihrer Nierenerkrankung. Gehen Sie offen mit dem Katheter um. Zeigen Sie Ihrem Partner, wie Sie die Beutelwechsel durchführen und den Katheter versorgen. Ihr Intimleben wird durch den Katheter nicht negativ beeinflusst. Wenn Sie dazu Fragen haben, sprechen Sie Ihren behandelnden Arzt an. Tauschen Sie sich mit anderen Patienten aus. Viele können Ihnen wertvolle Tipps für den Alltag geben.

Eine bewusste Ernährung ist für alle Dialysepatienten wichtig. Folgende Aspekte müssen Sie als Peritonealdialyse-Patient bei der Ernährung besonders beachten:

Eiweiß
Über das Dialysat können Sie Eiweiß verlieren. Gleichen Sie dies durch eine vermehrte Aufnahme von tierischem Eiweiß (Fisch, Fleisch, Geflügel, Milchprodukte) wieder aus. Empfohlen wird, 1,2 - 1,5 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht über die Nahrung zu sich zu nehmen. Das bedeutet im Vergleich zu der Zeit vor der Dialyse, in der Sie eher wenig Eiweiß essen durften, eine Umstellung.

Phosphat
Der Konsum von Eiweiß führt automatisch auch zu einer Phosphataufnahme. Phosphat wird bei Dialysepatienten jedoch nicht ausreichend ausgeschieden und schädigt in zu großen Mengen die Knochen. Deshalb müssen Sie als Dialysepatient regelmäßig sogenannte Phosphatbinder in Form von Tabletten einnehmen. Dadurch wird Phosphat gebunden und über den Darm ausgeschieden.

Zucker
Hohe Glukosemengen in der Peritonealdialyse-Lösung führen zu einer vermehrten Kalorienaufnahme. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, die Kalorienzufuhr durch die Nahrung zu kontrollieren, um Übergewicht zu vermeiden. So finden Sie schnell heraus, ob und in welchem Umfang Sie die Kalorienaufnahme einschränken müssen.

Trinken
Bei der Peritonealdialyse bleibt in der Regel länger als bei der Hämodialyse eine Restfunktion der Nieren erhalten. Deshalb lässt sich unter der Peritonealdialyse die Flüssigkeitsbilanz besser regulieren und die Trinkmenge muss nicht so stark eingeschränkt werden. Dies ist an den täglich ausgeschiedenen Harnmengen einstellbar.

Kalium
Damit Herz, Nerven und Muskeln richtig funktionieren, braucht der Körper Kalium. Ein Zuviel an Kalium ist allerdings gefährlich. Kalium wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Deshalb treten im Verlauf einer Nierenerkrankung praktisch immer Störungen im Kaliumhaushalt auf. Da bei der kontinuierlicheren Peritonealdialyse Kalium gleichmäßig jeden Tag entfernt wird, muss der Genuss von Obst und Gemüse nicht so stark eingeschränkt werden wie bei der Hämodialyse. Hohe Kaliumwerte im Blut treten bei Peritonealdialyse-Patienten selten auf. Ihre individuellen Diät- und Trinkrichtlinien stimmt Ihr Arzt, ggf. unterstützt durch eine Diätberatung, mit Ihnen ab.

Ihre Peritonealdialyse-Behandlung schränkt Sie nur bedingt ein. Sportliche Aktivitäten sind möglich, jedoch muss dabei die besondere Situation des Bauchraums wie auch die Ihrer Grunderkrankung berücksichtigt werden. In erster Linie sollten Sie darauf achten, bei Aktivitäten keinen übermäßigen Druck auf Ihren Bauchraum auszuüben. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Ihre Sportarten weiter betreiben dürfen. Baden in Schwimmbädern oder in der Badewanne ist aus hygienischen Gründen in der Regel nicht möglich. Duschen ist jedoch erlaubt und als Pflege für die Katheteraustrittsstelle sogar sehr erwünscht!

Die Peritonealdialyse erlaubt Ihnen einen großen Freiraum bei der Urlaubsplanung. Eine gute und frühzeitige Planung in Abstimmung mit Ihrem Nierenzentrum ist jedoch unbedingt notwendig. Das notwendige Material kann dann an Ihren Urlaubsort gebracht werden, und Sie führen vor Ort wie gewohnt Ihre Behandlung durch. Dabei gilt natürlich: Achten Sie auf keimarme Bedingungen während des Beutelwechsels und pflegen Sie Ihre Katheteraustrittsstelle wie zu Hause. Bei Komplikationen rufen Sie unverzüglich in Ihrem Zentrum an. Für den Notfall vermittelt Ihr Nierenzentrum auch einen Arzt am Urlaubsort.

Patienten auf der Warteliste zur Transplantation dürfen nicht vergessen, ihre Urlaubsanschrift mit Telefonnummer im zuständigen Transplantationszentrum und dem KfH-Nierenzentrum zu hinterlassen!

Die bedeutsamsten Komplikationen bei der Peritonealdialyse stellen Infektionen dar. Um diese zu vermeiden, ist es ganz wichtig, dass Sie die Handhabung bei den Beutel- und Verbandwechseln, die Sie im Peritonealdialyse-Training erlernt haben, konsequent umsetzen. Moderne Peritonealdialyse-Systeme tragen darüber hinaus dazu bei, dass die Zahl der Infektionen bei Peritonealdialyse deutlich abgenommen hat. Die wesentlichen Infektionen, die bei der Peritonealdialyse auftreten können, sind:

Katheteraustrittsstelleninfektion
Die Austrittsstelle des Katheters wie auch das Gewebe, durch das der Katheter im Bauchraum geleitet wird, können sich entzünden. Man spricht dann von einem Exitsite- bzw. einem Tunnelinfekt.

Bauchfellentzündung (Peritonitis)
Auch das Bauchfell kann sich entzünden (Peritonitis). Aber die Peritonitis tritt mit den heutigen Peritonealdialyse-Systemen und Dialysierlösungen - und wenn Sie die erlernte hygienische Handhabung beachten - nur noch selten auf.

Als geschulter Peritonealdialyse-Patient erkennen Sie die Symptome einer Entzündung schnell. Melden Sie sich in diesem Fall in Ihrem betreuenden KfH-Nierenzentrum. Ärzte und Pflegekräfte stehen Ihnen dann jederzeit sofort zur Verfügung. Eine leichte Peritonitis ist ambulant behandelbar.

IMPRESSUM

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Martin-Behaim-Straße 20
63263 Neu-Isenburg

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Telefax: (06102) 359-344
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